Lehrgang Yogatherapie

Ausbildungsablauf

Unser Leben wird immer schneller, instabiler und rastloser, doch viele Menschen spüren, dass sie da­für auch einen hohen Preis bezahlen, dass Gesundheit und Lebensqualität unter der steten Anspan­nung leiden und sie sehnen sich nach geeigneten Orten und bewährten Methoden, sich neu zu zentrieren sowie die innere Balance und das ganzheitliche Wohlbefinden wieder herzustellen. So wenden sich immer mehr Menschen dem Yoga zu, befinden sich aber oft zu diesem Zeitpunkt bereits in einem gesundheitlich angeschlagenen Zustand und haben möglicherweise auch schon die Erfahrung gemacht, dass die Schulmedizin trotz ihrer bahnbrechenden Errungenschaften immer weniger in der Lage ist, den Menschen mit den Erkrankungen des Alltags zu helfen. In dieser Situation die Hoffnung in Yoga zu setzen ist sinnvoll und berechtigt.

Während seriös ausgebildete YogalehrerInnen sich in ihrem Unterricht dafür einsetzen und auch dazu in der Lage sind, das immense Lebenskraft spendende Potenzial des Yoga an weitgehend gesunde KursteilnehmerInnen weiterzugeben, ist es die erfüllende Aufgabe  des/der qualifizierten YogatherapeutIn Yoga an Menschen mit gesundheitlichen Störungen und Beeinträchtigungen anzupassen, um ihnen auf dem Weg zur Gesundung zu helfen, bzw. sie optimal und kenntnisreich zu behandeln, was auch eine seriöse Diagnostik einschliesst.

Der Ausbildungsgang Yogatherapie des Schweizer Yogaverbandes versteht sich als ergänzende Weiterbildung für YogalehrerInnen, die sich als Therapeuten ein zweites Standbein aufbauen oder ver­mehrt therapeutisches Wissen in ihren Unterricht einfliessen lassen wollen. Er umfasst 280 Ausbildungsstunden. Personen, die bereits eine seriöse Ausbildung zum/zur YogalehrerIn mitbringen (z.B. SYV Diplom) erhalten mit der Therapieausbildung und der dazugehörigen Prüfung die grundlegenden Voraussetzungen zum Erwerb des Branchenzertifikats Yogatherapie. (Weitere Voraussetzungen sind die therapeutische Praxis und eine Lehrtherapie).

Bild Yogatherapie

Ausbildungsdauer

Der Ausbildungsgang umfasst vier Blockwochen verteilt auf eineinhalb Jahre und schliesst mit einer Prüfung ab. Für Personen, die weder an der Yoga University Villeret ihre Lehrausbildung durchlaufen, noch bei einer von der Europäischen Yoga Union EYU anerkannten Ausbildungsschule das Fach "medizinische Grundlagen für YogalehrerInnen" absolviert haben, kommt der siebentägige Basiskurs "medizinische Grundlagen für YogalehrerInnen" dazu. Dieser kann auch parallel zur Therapieausbildung absolviert werden.

Inhalte

Bewegungssystem / Heilen durch Bewegung

Neben der Vermittlung von Hintergrund­wissen zu häu­figen orthopädischen Beschwerdebildern und Diagnosen geht es vor allem darum, die Yogapraxis so spezifisch wie möglich entlang der Befunde auszurichten. Dazu werden viele praktische Sequen­zen, Elemente der Selbsterfahrung und auch Partner­übun­gen einbezogen.

Innere Medizin

Im Zentrum stehen Herz-Kreislauf-System, Atmungssystem, Verdau­ungs­system, Urogenitaltrakt und Haut. Aus Sicht der Medizin, der Yogatherapie und teilweise des Ayurveda werden die Erkrankungen der genannten Systeme und die Interventionsmög­lich­keiten behandelt.  Weiterhin wichtig sind die Allgemeinthemen Allergien, Infektionsleh­re/ Epide­miologie, On­ko­logie und Pharmakologie.

Neurologie / Psychiatrie / Psychosomatik

Behandelt werden diese drei grossen Gebiete mit ihren Krankheiten und möglichen Behandlungsansätzen: Neurologie (z.B: Rückenmarksyn­drome, Demenzen, Anfallsleiden) Psychiatrie (z.B. Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Pho­bien, Posttraumatisches Stresssyndrom, Essstö­run­gen, Suizidalität, Psychosen, Dissoziative Störungen, Sucht­krankheiten) so­wie der Psy­cho­somatik (z.B. Burnout-Syndrom, Chronic Fa­tigue-Syndrom, Fibromyalgie-Syndrom).

Übergreifende Themen

Biologische Grundlagen, allgemeine Gesundheitslehre, allgemeiner Verlauf von Krankheits- und Heilungsprozessen, Indikation und Kontraindikation spezifischer Yogatechniken, Ethik in der Therapie, Berufsidentität Yoga­therapie und Situierung innerhalb des Gesundheitswesens, Praxisführung, Qualitäts­sicherung, rechtliche Aspekte, Gesprächs­füh­rung im therapeutischen Geschehen, Erhebung der Anam­nese, Umgang mit Patienten und Angehörigen, psychologisches Grundlagenwissen, Risiko­ma­nagement, Zusammenarbeit mit medizinischen Fachpersonen, Hygiene u.a.

Lehr- und Lernmethoden

Im Lehrgang kommen verschiedene Lehrmethoden zur Anwendung. Neben dem klassischen skriptunterstützten Lehrvortrag nehmen explorative Diskussionen sowie das selbstgesteuerte und entdeckende Lernen eine wichtige Rolle ein. Im Lauf der Ausbildungszeit kommt es zu einem intensiven Kontakt und einer kreativen Stimulierung innerhalb der Klasse.